16. BOULEfestival Hannover

Allez les boules!
Boulefestivalgeschichte von Erich Braun

Wir haben uns herangetastet. Es dauerte einige Zeit, ehe wir die Form gefunden hatten, in der das Boulefestival in den vergangenen Jahren gefeiert wurde. Initiator und Ideengeber war Jürgen Piquardt. In seiner optimistischen, chaotischen und flexiblen Art hat er das Festival geprägt und großzügig gefördert.

Alles begann Mitte der neunziger Jahre mit einem Gespräch bei Ilses Geburtstag zwischen Jürgen und Erich Braun. Es wurde frei phantasiert und Jürgen sprühte vor Ideen. Erich war im Vorstand des Kreisverbandes Pétanque tätig, und auf dieser Grundlage wurde eine produktive Zusammenarbeit zwischen dem Restaurant „La Provence und dem Sportverband begründet. Die Festivalidee wurde in die Pétanquegemeinde getragen, und viele fanden Gefallen an diesem Vorhaben, aber nicht alle. Da war die Anarchofraktion, die die Kommerzialisierung unseres Sports befürchtete und mutmaßte, Jürgen Piquardt wolle sich auf diese Weise eine goldene Nase verdienen. Aber weit gefehlt: in all den Jahren hat Jürgen mehr „Miese“ gemacht als dass er das große Geld verdient hätte. Nur mit Hilfe von Sponsoren, die er ins Boot holte, kam er in manchen Jahren auf seine Kosten.

1997, als die Festivalserie auf der Herrenhäuser Allee begann, wurde das Boulefest ganz groß aufgezogen mit Restauration, Biergarten und großem Zirkuszelt. Unter dem Namen „Boule & A Cappella“ gab es ein Sport- und Kulturprogramm, bei dem u.a. die Gruppen „Maybebop“ und „Herzen in Terzen“ auftraten. Es fand nicht gleich den großen Anklang, und wurde für Jürgen Piquardt ein wirtschaftlicher Misserfolg. In den darauf folgenden Jahren bekam die Veranstaltung einen etwas bescheideneren Charakter, fand aber immer größeren Zuspruch. Das Boulesportprogramm war ansprechend und abwechslungsreich, und die Getränke und Speisen aus der provencalischen Jahrmarktsküche gab es für die teilnehmenden Pétanquer zu günstigen Sonderpreisen. Das Biergartenangebot wurde auch gern von Flaneuren genutzt.

Neben sportlich anspruchsvollen Programmanteilen (Grand Prixs, Landes- und Bezirksmeisterschaften) standen aber unterhaltsame, lizenzfreie Mitmachaktionen und Einladungsturniere im Vordergrund (Mixte-Turnier, Quartett-Turnier, Schießmeisterschaft, Regionspokal, Jugendturnier, Schulmeisterschaft, Promi-Turnier/Fair-Play-Cup usw.).

Mit der Zeit etablierte sich das Standardprogramm mit immer mal wieder neuen, belebenden Elementen, wie z. B. seit einigen Jahren die große Pfingsttafel (Jürgens Utopie gemäß seinem und Che Guevaras Wahlspruch „Seien wir realistisch – verlangen wir das Unmögliche“: eines Tages ist die gesamte über einen Kilometer lange Allee eine Tafel). Auch Zeitraum und Ort sind inzwischen die gleichen: immer zwischen Himmelfahrt und Pfingsten fliegen auf der Herrenhäuser Allee auf der Höhe der Uni die Kugeln.

Zu den Pionieren gehört auch Carl- Heinz Engelke (ehemaliger NPV- Vorsitzender und Gründer unseres Kreisverbandes), Seine Ideen haben das sportliche Programm bereichert. Trotz seines hohen Alters lässt er sich noch immer während der Boulewoche sehen und erfreut sich an den Bouleaktivitäten.

Nun darf man gespannt darauf sein, wie sich das Festival in der Zukunft entwickelt, denn Jürgen hat seine aktive Tätigkeit in den Restaurants „La Provence“ und „Paradies“ beendet und wird überwiegend in Frankreich leben. Das Boulefestival versteht Jürgen als Brücke zwischen Hannover und der Provence. Er möchte diese Brücke noch lange mitverantwortlich, in gewohnter Art, erhalten.

Die Teilnehmerzahlen an den Bouleaktivitäten sind jedes Jahr angestiegen. Es gibt also eine große Bereitschaft und viel Interesse von Seiten der Boulespieler, diese schöne und etablierte Veranstaltung weiter zu nutzen und durch Übernahme von Ausrichtertätigkeiten zu unterstützen. Es wäre im Sinne der hannoverschen Pétanqueszene, wenn auch weiterhin zwischen Himmelfahrt und Pfingsten auf der Herrenhäuser Allee zu hören wäre: „Allez les boules!“

Hannover im April 2013

Erich Braun

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